Aktuelle Forschungsergebnisse und Erfahrungen aus der Praxis zeigen eine abnehmende Bereitschaft und sich erheblich verringernde Zeitkontingente junger Menschen für zivilgesellschaftliches Engagement.
Wie wollen Sie das Ehrenamt junger Menschen in der Jugendarbeit angesichts von Schul- und Studienzeitverkürzung, Wegfall des Zivildienstes und fehlender Sonderurlaubsbestimmungen sowie gesellschaftlicher Veränderungen stärken?
CDU: "Das Angebot für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ist insbesondere den freien und öffentlichen Trägern der Jugendhilfe und den Jugendverbänden zu verdanken. Alle Angebote haben ihren eigenen berechtigten Wert. Notwendig ist ein ganzheitliches Handlungskonzept, das sämtliche Ebenen und Situationen der Beteiligten berücksichtigt."
SPD: "Wir wollen keine Jugend, die weder Zeit für sich selbst noch für die Gesellschaft findet! Den Anspruch auf Bildungsurlaub wollen wir daher auf Auszubildende ausweiten und gemeinsam mit Jugendverbänden und zivilgesellschaftlich Engagierten passgenaue Regelungen für den Sonderurlaub und Befreiungen in Schule und Hochschule finden."
Bündnis 90/Die Grünen: "Trotz der aufgezeigten Probleme besteht eine Vielzahl an Möglichkeiten für Engagement Jugendlicher, wie z.B. das hohe Interesse an Freiwilligendiensten belegt. Die Vereinbarkeit von Ehrenamt und sinkenden Zeitbudgets muss durch strukturelle Anpassungen, den Abbau von Hürden und die positive Würdigung des Engagements verbessert werden."
FDP: "Das Thema sollte stärker von der Schule gefördert und auch im außerschulischen Bildungsangebot aufgegriffen werden. Zudem ermuntern wir zur Teilnahme am Bundesfreiwilligendienst, der als Ersatz für den mit der Wehrpflicht weggefallenen Zivildienst geschaffen wurde, Orientierungsfreiräume bietet und mit 38.000 „Bufdis“ hervorragend angenommen wird."
Die Linke: "Um Jugendlichen wieder mehr Zeit – auch für Engagement – zu geben, setzt sich die LINKE für die Wiedereinführung von G9 ein. Weiter sollte ehrenamtliches Engagement von Jugendlichen eine ähnliche gesellschaftliche Wertschätzung erfahren wie hochschulpolitische Tätigkeit z.B. im AStA."
Die Piratenpartei: "Unsere Erfahrungen sind anders. Die Bereitschaft für soziales Engagement im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahres und des Bundesfreiwilligendienst ist so groß, dass das Kontingent an geförderten Plätzen schnell ausgereizt ist. Hier muss nachgebessert werden. Dieses Engagement muss aber auch, z.B. in den Schulen, entsprechend gewürdigt werden."